ⓘ Michael Harari

                                     

ⓘ Michael Harari

Michael "Mike" Harari war ein Angehöriger des israelischen Geheimdienstes Mossad. Harari war unter anderem an der von Golda Meir befohlenen Operation Zorn Gottes beteiligt, mit der Israel auf die Geiselnahme von München reagierte.

                                     

1. Leben

Harari begann seine Geheimdiensttätigkeit im Zusammenhang mit der illegalen jüdischen Einwanderung nach Palästina in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Er brachte danach einige Zeit in den israelischen Streitkräften und in der militärischen Aufklärung Schin Bet zu, bevor er in den 1960er Jahren vom Mossad angeworben wurde.

In dieser Zeit war Harari Vorgesetzter von israelischen Geheimagenten in Europa und schließlich wurde er zum Chef der Operationsabteilung befördert. In jener Zeit baute er die Operation Zorn Gottes auf und führte auch das Team, das 1973 im norwegischen Lillehammer ein Attentat auf den Chef der Untergrundorganisation Schwarzer September durchführen sollte. Es stellte sich heraus, dass das Team anstelle von Ali Hassan Salameh den unbeteiligten marokkanischen Kellner Ahmed Bouchiki tötete. Die norwegischen Behörden nahmen einige Mitglieder von Hararis Gruppe fest, er selbst konnte mit acht weiteren nach Israel entkommen. Ein norwegisches Strafverfahren wurde im Januar 1999 aufgrund des "Mangels an Beweisen" eingestellt.

Harari war an der Vorbereitung der Operation Blitzschlag des israelischen Militärs im Juli 1976 beteiligt, bei der auf dem Flughafen Entebbe als Geiseln gehaltene, entführte Flugpassagiere befreit wurden. Harari hatte unter der Identität eines italienischen Geschäftsmannes den Flughafen ausgekundschaftet und die Benutzung von Luftwaffenbasen in Kenia zum Wiederauftanken bei der Rückkehr der israelischen Flugzeuge sichergestellt. Im Januar 1979 führte Harari das Team, welches Ali Hassan Salameh in Beirut mit einer Autobombe tötete.

Später wurde Harari Stationschef des Mossad für Lateinamerika in Mexiko-Stadt. Den Angaben zufolge nahm er dann seinen Abschied, aber es ist nicht bekannt, ob alle Geheimdienstverbindungen abgebrochen wurden, bevor er nach Panama ging.

Kurz vor der US-Invasion in Panama 1989 zur Absetzung von Manuel Noriega kehrte Harari nach Israel zurück. Bei einem Fernsehauftritt wies er zurück, ein naher Berater Noriegas gewesen zu sein und sagte, dass er aus eigenem Antrieb in seine Heimat zurückgekehrt sei.

In Steven Spielbergs Verfilmung der Thematik um die Operation Zorn Gottes aus dem Jahr 2005, dem Film München, wurde Harari von Moshe Ivgi dargestellt.